Beim Verfassen von Texten mit generativer künstlicher Intelligenz liegt die größte Hürde für Redaktionsteams selten in der reinen Schreibgeschwindigkeit, sondern in der redaktionellen Koordination: Parallele Bearbeitungen dürfen keine zentralen Gedanken überschreiben, KI-Halluzinationen müssen zuverlässig aufgespürt werden, und der Marken- oder Publikationsstil muss über mehrere Autoren hinweg konsistent bleiben. Der KI-native Texteditor Lex (lex.page) bettet moderne Sprachmodelle direkt in eine kollaborative Textverarbeitungsoberfläche ein. Durch die gezielte Steuerung von Freigabelinks, tastaturgesteuerte Inline-Kommentare mit Entwurfsfunktion, KI-Umformulierungen am Seitenrand und disziplinierte Versionsschnappschüsse können Co-Autoren das Tempo generativer KI nutzen, ohne die redaktionelle Qualität zu gefährden.
Dieser Leitfaden erläutert die bewährten Abläufe für eine produktive und sichere Zusammenarbeit an KI-Entwürfen in Lex.
1. Freigabeberechtigungen steuern: Edit-Link versus View-Link
Jeder gemeinsame Arbeitsschritt in Lex beginnt mit der Schaltfläche Share (Freigeben) in der oberen rechten Ecke des Editors. Lex unterscheidet strikt zwischen zwei Zugriffsebenen, deren korrekte Wahl entscheidend für einen reibungslosen Ablauf ist:
- Edit Link (Bearbeitungslink / Kollaborationszugriff): Weist Co-Autoren vollständige Lese- und Schreibrechte in Echtzeit zu. Mitarbeiter können den Text unmittelbar anpassen, Inline-Kommentare verfassen, KI-Umformulierungen (AI Rewrite) anfordern und mit Ask Lex interagieren. Die Arbeit erfolgt vollständig im Webbrowser (Desktop und Mobilgeräte), ohne dass eine lokale Software installiert werden muss. Selbst Co-Autoren ohne bestehendes Lex-Konto können über diesen Link sofort an der Textprüfung mitwirken.
- View Link (Ansichtslink / Reiner Lesezugriff): Erzeugt eine saubere Leseansicht für externe Kunden, Vorgesetzte oder Leser. Wichtiger Hinweis: Personen, die ein Dokument über einen View-Link öffnen, können weder Kommentare hinterlassen noch Textänderungen vorschlagen. Wenn das Ziel in redaktioneller Kritik, Korrektur oder gemeinsamer Textarbeit besteht, muss zwingend der Edit-Link bereitgestellt werden.
- Lex Teams und freigegebene Ordner: Bei Redaktionen und Publikationen mit vielen parallelen Artikeln führt der Austausch einzelner Links schnell zu Unübersichtlichkeit. Über Lex Teams lassen sich freigegebene Ordner (Shared Folders) anlegen, über die alle Teammitglieder automatisch Zugriff auf aktuelle Entwürfe und gemeinsame Prompt-Vorlagen erhalten.
2. Tastaturgesteuerte Inline-Kommentare und „Draft Comments“
Von KI generierte Absätze klingen oft flüssig, weisen aber bei genauerem Hinsehen logische Lücken oder unpassende Formulierungen auf. Derartige Schwachstellen erfordern präzise Diskussionen direkt an der betroffenen Textstelle statt vager Gesamtrückmeldungen.
Kommentare verfassen und durchblättern
- Passage markieren: Markieren Sie das konkrete Wort, den Satz oder den Absatz, der vom Autor oder der KI stammt.
- Kommentarfeld öffnen: Klicken Sie auf die Schaltfläche Add Comment im rechten Randbereich (bzw. in der oberen Leiste im mobilen Browser). Wesentlich schneller gelingt dies per Tastenkombination:
- macOS:
Cmd + Option + M - Windows / Linux:
Ctrl + Option + M
- macOS:
- Navigation ohne Maus: Bei umfangreichen Texten können Korrektoren mit den Pfeiltasten der Tastatur schrittweise von einem Kommentar zum nächsten springen. Dadurch bleibt der Arbeitsfokus ununterbrochen auf der Tastatur.
Kontextwahrung durch „Draft Comments“ (Kommentarentwürfe)
Ein häufiges Problem bei der Prüfung von KI-Texten besteht darin, dass ein Co-Autor in Abschnitt 2 eine fehlende Begründung bemängelt, nur um in Abschnitt 4 festzustellen, dass die KI das Argument dort ausführlich nachgeholt hat.
Lex löst diesen Reibungspunkt durch Draft Comments. Eingegebene Anmerkungen können zunächst als unveröffentlichter Entwurf gespeichert bleiben, während der Prüfer den gesamten Artikel zu Ende liest. Erst mit dem vollen Überblick über das Gesamtdokument werden die Notizen verfeinert, korrigiert oder verworfen und schließlich gebündelt veröffentlicht. Dies verhindert widersprüchliche Rückmeldungen im Autorenteam.
3. „AI Rewrite“ am Seitenrand: KI als neutraler Formulierungsvorschlag
Bemerkt ein Co-Autor eine hölzerne Formulierung oder eine monotone KI-Satzstruktur, musste der Text bisher manuell umgeschrieben oder in ein externes Chat-Fenster kopiert werden. Lex integriert diesen Schritt direkt in das Kommentarsystem:
- AI Rewrite aktivieren: Markieren Sie den gewünschten Abschnitt und wählen Sie im Kontextmenü AI Rewrite.
- Vorschläge als Inline-Kommentar: Die KI überschreibt den Originaltext nicht ungefragt, sondern platziert ihren Umformulierungsvorschlag als Kommentar-Thread im rechten Seitenrand.
- Vergleich und Abstimmung: Co-Autoren können Original und KI-Vorschlag nebeneinander vergleichen, im Thread über Nuancen diskutieren und die beste Variante mit einem Klick in den Fließtext übernehmen.
- Synonyme für Einzelwörter: Wird nur ein einzelnes Wort markiert und AI Rewrite ausgeführt, zeigt das System kontextuell passende Synonyme an – ideal, um repetitive KI-Floskeln zu ersetzen.
- Gegenprüfung mit Ask Lex: Prüfer können über Ask Lex gezielte Fragen zum Text stellen, etwa ob eine Argumentationskette schlüssig ist oder ob Fachbegriffe verständlich erklärt wurden.
4. Versionskontrolle: Textbestand mit Schnappschüssen sichern
Schnelle KI-Iterationen und das wiederholte Ausprobieren alternativer Fassungen bergen die Gefahr, dass wertvolle Gedanken der menschlichen Autoren versehentlich überschrieben werden.
Lex bietet dafür die Funktion Versions, die über das Menüband oben links erreichbar ist:
- Vor der Übergabe an Co-Autoren: Der Hauptautor sollte unmittelbar nach Fertigstellung des ersten KI-Entwurfs einen benannten Schnappschuss speichern.
- Vor der Massenübernahme: Bevor mehrere AI-Rewrite-Vorschläge angenommen oder größere Kommentardiskussionen aufgelöst werden, sollte erneut ein Schnappschuss angelegt werden.
- Vollständige Sicherung: Ein Schnappschuss in Lex speichert sowohl den Textkörper als auch sämtliche vorhandene Kommentare zu diesem Zeitpunkt. Weicht die nachfolgende Überarbeitung vom Kurs ab, lässt sich der ursprüngliche Zustand problemlos wiederherstellen.
5. Arbeitsablauf für Co-Autoren im Überblick
Zur Etablierung eines verlässlichen Redaktionsprozesses empfiehlt sich folgender 6-Stufen-Plan:
| Phase | Verantwortlich | Aktion in Lex |
|---|---|---|
| 1. Rohentwurf | Hauptautor | These definieren; Text via +++ oder Ask Lex ausbauen; ersten Versionsschnappschuss anlegen. |
| 2. Freigabe | Hauptautor | Auf Share klicken, Edit link kopieren und an Co-Autoren senden (oder im Teamordner ablegen). |
| 3. Asynchrones Lektorat | Co-Autor / Lektor | Dokument durchlesen; Draft Comments erfassen; Passagen mit Cmd/Ctrl + Option + M kommentieren. |
| 4. KI-Alternativen prüfen | Co-Autor / Lektor | Auf sperrige Sätze AI Rewrite anwenden und alternative Entwürfe am Seitenrand anlegen. |
| 5. Abstimmung und Korrektur | Beide Autoren | Kommentare und KI-Vorschläge vergleichen; konsensfähige Änderungen übernehmen und Threads schließen. |
| 6. Finalisierung | Hauptautor | Endgültigen Versionsschnappschuss sichern; sauberen View link für externe Empfänger generieren. |
6. Wirtschaftliche Aspekte und Datenschutz
- Kostenlose Zusammenarbeit: Das Teilen von Dokumenten, das gleichzeitige Bearbeiten und das Verfassen von Inline-Kommentaren sind in Lex kostenlos verfügbar. Eingeladene Co-Autoren benötigen kein kostenpflichtiges Abonnement, um an einem Entwurf mitzuarbeiten.
- Mehrwert von Lex Pro: Ein Upgrade auf Lex Pro (24,99 USD/Monat oder 179,88 USD/Jahr) schaltet Spitzenmodelle wie Claude 3.5 Sonnet und die GPT-4/GPT-5-Klasse frei und ermöglicht die Nutzung von Wissensdatenbanken (Knowledge Bases) sowie Stilrichtlinien (Style Guides). Stilrichtlinien sorgen dafür, dass die KI-Vorschläge automatisch dem redaktionellen Regelwerk der Organisation entsprechen.
- Datenschutz nach Unternehmensstandard: Lex bindet Modelle über die Enterprise-Schnittstellen von OpenAI, Anthropic und TogetherAI an. Dokumentinhalte und Kommentare werden vertraulich verarbeitet und nicht für das Training öffentlicher Basismodelle herangezogen.
Durch die klare Trennung von Zugriffsrechten, bedachte Entwurfskommentare, seitenrandbasierte KI-Umformulierungen und verbindliche Versionsschnappschüsse verbinden Schreibteams die Effizienz moderner Sprachmodelle mit solider handwerklicher Qualität.